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Bjørn Waag - LiedForum DE@Current Lied
Kurzfassung
Biographie

 

 

BIOGRAPHIE

Bjørn Waag übernahm 2003 den Lehrstuhl Kurt Widmers an der Hochschule für Musik in Basel, wo er eine volle Hauptfachklasse betreute. Zudem leitete er die dortige Fachgruppe Gesang/Liedinterpretation, war künstlerischer Leiter des von ihm entwickelten Studios für Musiktheater FRONT STAGE BASEL und Initiator und Präsident des „LiedForum Basel e.V". Schon im November 1997 wurde Bjørn Waag die Mitgliedschaft in der Freien Akademie der Künste angetragen, "In Anerkennung seiner vielfältigen künstlerischen Arbeit im Bereich Darstellende Kunst/Theater".

111 Rollen

In Norwegen geboren, studierte Waag zunächst Gesang, Dirigieren, Musikwissenschaft und Philosophie. Von 1979-81 war er Kulturredakteur beim "Morgenbladet", der ältesten Tageszeitung Norwegens. 1981 wurde er Meisterschüler von Dietrich Fischer-Dieskau und Ernst Haefliger. Nach seinem ersten Festengagement in Trier 1984 bis 1987 holte ihn Tobias Richter an die Bremer Oper, von wo aus er 1994 ans Nationaltheater Mannheim unter den Intendanzen von Klaus Schultz und Ulrich Schwab wechselte. Mittlerweile hat er sich alle gängigen Partien seines Fachs, von Papageno bis Faninal, Beckmesser und Alberich - das sind insgesamt etwa 110 Rollen - erarbeitet.

Das neue Leben

Gastverträge führten ihn an zahlreiche Bühnen im In- und Ausland: an die Bayerische Staatsoper, das Staatstheater Stuttgart, La Fenice in Venedig und die Maggio Musicale in Florenz, um nur einige zu nennen. Mit Konzerten und Liederabenden trat er in ganz Europa auf. Eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Radio-Sinfonie-Orchester des Hessischen Rundfunks begann schon 1988 und zeitigte seitdem jährlich eine bis mehrere Produktionen, beginnend mit der Eröffnung des neuen Konzertsaals des HR, wo Waag die Hauptpartie in Wolf-Ferraris „La Vita Nuova" unter Eliahu Inbals Leitung sang, bis zu einer Reihe der grossen Mozartopern beim Würzburger Mozartfest unter Hugh Wolf.

"Kinder, schafft Neues…"

Ein Schwerpunkt in Waags Arbeit liegt bei der zeitgenössischen Musik, der neben dem deutschen Lied seine besondere Zuneigung gehört. So schrieb der Komponist Walter Zimmermann eigens für ihn seine Hölderlin-Oper "Hyperion", die 1993 in der Alten Oper Frankfurt zur Uraufführung kam. Nach spektakulären Erfolgen als "Enrico" in Manfred Trojahns gleichnamiger Pirandello-Oper schrieb der Komponist speziell für ihn die Partie des Narren in der Oper "Was ihr wollt", die im Mai 1998 im großen Haus der Bayerischen Staatsoper zur Uraufführung kam. Auch Detlef Heusinger, Klaus Huber und Roland Moser schrieben Werke für Waag. Auf CD verfügbar: eine Produktion der 2001 in Basel uraufgeführten Mandelstam-Oper „Schwarzerde" von Huber (Libretto Michael Schindhelm), in der Waag unter der musikalischen Leitung Arturo Tamayos die Hauptrolle (Parnok) singt.

"Bin ich nun frei?"

1995 erreichte Waag mit seinem Rollendebüt als Beckmesser seinen bis dahin größten Erfolg, woraufhin ihn Wolfgang Wagner nach Bayreuth einlud. 1999 gestaltete er noch einmal die Figur des Jakob Lenz in der italienischen Erstaufführung der Rihmschen Oper an der Maggio Musicale di Firenze. Die italienische Presse lobte Werk und Interpret nachdrücklich. Daraufhin folgten weitere Produktionen an der traditionsreichen italienischen Bühne. 2000/2001 wirkte Waag im neu geschmiedeten, sehr umstrittenen "Ring des Nibelungen" der Oper Graz als Alberich in "Rheingold", "Siegfried" und in "Götterdämmerung", sowie gleichzeitig als Gunther mit unter der Leitung Ulf Schirmers. Die szenische Umsetzung hatte Gisbert Jäkel, der langjährige Chefbühnenbildner der Schaubühne Berlin. In jenem Jahr wurde infolgedessen die Grazer Bühne unter der Leitung Gerhard Brunners zum „Opernhaus des Jahres" gekürt. Alberich sang und spielte Waag weiter in Stuttgart unter Jossi Wieler und Lothar Zagrosek (DVD-Produktion), dazu noch in Mannheim und Kiel.

Konserven

Von Bjørn Waag liegen CD-Einspielungen von André Laportes Kafka-Oper "Das Schloß", (Rolle des K.), eine Aufnahme von Schönbergs "Jakobsleiter" unter Eliahu Inbal (Der Erwählte) und von Ermanno Wolf-Ferraris Dante-Oratorium "La Vita Nuova" unter Günther Neuhold vor. Der Mitschnitt von Hubers „Schwarzerde" mit Waag in der Hauptrolle des Parnok wurde in der Zeitschrift „Opernwelt" zur wertvollsten CD des Jahres 2001 nominiert. Namhafte Regisseure wie Stefan Bachmann, Andras Fricsay, Jürgen Gosch, Claus Guth, Hansgünter Heyme, Peter Mussbach, Werner Schroeter arbeiten gerne mit ihm zusammen.

Ausblicke

Im Rahmen der Veranstaltungen zur „Kulturhauptstadt 2010" des Städteverbands im deutschen RuhrRevier, wird er in der kommenden Spielzeit Neuproduktionen u.a. von Puccini, Strauss, Korngold und Britten bestreiten. In letzter Zeit entwickelte Waag Neudeutungen von Wolfram in "Tannhäuser", Kaspar in "Freischütz" (beides Arbeiten mit Claus Guth) und Kurwenal in "Tristan" (Rosalie) und Amonasro in „Aida"(Roland Schwab) . Die Gestaltung der Hauptrolle des Zauberers Cippolla in Stephen Olivers „Mario und der Zauberer" vollendete letzte Spielzeit die Zusammenarbeit zwischen Hochschularbeit und gestalterisch-sängerischer Tätigkeit. Dieser Ko-Produktion zwischen dem Theater Basel und der Hochschule für Musik Basel stand Waag als Gesamtleiter vor.

Sei treu!

Waag steht fest hinter dem ästhetischen Konzept des Musiktheaters Basel der Ära Michael Schindhelms und Dietmar Schwarz und durfte dies in den vergangenen Jahren entscheidend mitgestalten. Im diesem Sinne hat er auch die neue Bühnenausbildung der Hochschule in Basel, FRONT STAGE BASEL, konzipiert und vorangetrieben. Waag war künstlerischer Gesamtleiter der FSB und zudem Präsident des „LiedForum Basel". Die im Entstehen begriffene Stiftung:

„LiedForumDE@CurrentLied"  

mit Niederlassungen in Berlin, Oslo, Florenz Boston und London wird unter seinem Vorsitz die bisher in der Schweiz formulierten Ziele und Konzepte mit Hilfe neuer Medien gesamteuropäisch vernetzen – und dabei konsequent weiter verfolgen.

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